Papierbeschaffung

Im vergangenen Jahr benötigte die Bank Coop für Drucksachen, Korrespondenz und Kundendokumente 73 Tonnen Papier. Auch wenn wir bemüht sind, den Papierverbrauch unter anderem durch die Nutzung der elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten laufend zu reduzieren, wird der papierlose Bankbetrieb sicher auf lange Zeit eine Illusion bleiben. Deshalb haben wir uns entschieden, den ökologischen Aspekt bei der Wahl der eingesetzten Papiere hoch zu gewichten und wenn immer möglich Papiere einzusetzen, die aus 100% Recyclingfaserstoffen hergestellt wurden. Der Anteil Recyclingpapier am gesamten Papierverbrauch beträgt für das Jahr 2015 98 %.

Konventionelles Papier ist problematisch

Die Produktion von Neufaserpapier ist mit grossem Ressourcenverbrauch und mit Umweltbelastungen verbunden. Recyclingpapiere sind die nachhaltig bessere Lösung.
Papier besteht zur Hauptsache aus Zellulosefasern, die zu 95% aus Holz gewonnen werden. Heute werden 19% der weltweiten Holzernte in der Zellstoff- und Papierindustrie verarbeitet. Nur ein geringer Teil dieses Holzes stammt aus gut bewirtschafteten Wäldern. Ein grosser Teil wird illegal gefällt oder stammt aus Wäldern mit hohem Naturschutzwert, die dadurch zerstört werden. Zunehmend werden für die Zellstoffproduktion Plantagen angelegt. Dies sind jedoch häufig ökologische Einöden, die nur einen Bruchteil der natürlichen Tier- und Pflanzenvielfalt aufweisen. Naturwälder sind nicht nur für die Biodiversität von unschätzbarem Wert, sondern auch Kultur- und Lebensraum für viele Menschen. Allein in den Tropenwäldern leben ca. 300 Millionen Menschen – darunter viele indigene Völker – direkt im oder vom Wald. Holzschlag und verantwortungslose Plantagenwirtschaft bedrohen und zerstören ihren Lebensraum.
Die eigentliche Herstellung von Papier belastet die Umwelt zusätzlich. So gehört die Zellstoff- und Papierindustrie zu den weltweit grössten Verbrauchern von Energie und Wasser und verursacht einen hohen Anteil der Treibhausgase. Darüber hinaus erzeugt diese Branche weltweit grosse Mengen an Schadstoffen und Deponieabfällen.

Recyclingpapier ist erste Wahl

Die Herstellung von Recyclingpapier verbraucht zwei Drittel weniger Wasser und nur halb so viel Energie wie diejenige von Primärfaserpapier.
Echtes Recyclingpapier wird aus Altpapier hergestellt. Je nach Reinheit und Sortierung des Rohstoffes werden unterschiedliche Weissegrade erreicht. Ökologisch sinnvoll produzierte Recyclingpapiere tragen die Umweltlabel «Blauer Engel» oder «FSC Recycling». Mit dem «Blauen Engel» werden Papiere ausgezeichnet, die hohen ökologischen Anforderungen bezüglich des Wasser- und Energieverbrauchs bei der Herstellung, der Auswahl der eingesetzten Altpapiere (Post-Konsum) und der Verwendung von Chemikalien und Hilfsstoffen entsprechen. Zusätzlich müssen auch Qualitätskriterien erfüllt werden, z. B. hinsichtlich Gebrauch oder Archivierbarkeit. Die Bank Coop verwendet nur Recyclingpapiere, die mit den Labeln «Blauer Engel» oder «FSC Recycling» ausgezeichnet sind.


Bereits 2007 wurde die nachhaltige Papierbeschaffung der Bank Coop neben derjenigen der Basler Kantonalbank und der Alternativen Bank in einer Studie, die im Auftrag des WWF Schweiz durchgeführt wurde, als «vorbildlich» bezeichnet. Seither haben wir unsere Anstrengungen zur Senkung der Umweltbelastungen durch den Papierverbrauch fortgesetzt. Diesen Weg werden wir konsequent weiterverfolgen.