Oberhalb von Weissenburg im Simmental entspringt eine Thermalquelle. Während 350 Jahren wurde die Weissenburger Mineralquelle zu Bad- und Heilzwecken benutzt. Um dem Andrang der Heilungssuchenden gerecht zu werden, wurde ein Bad- und Kurhaus gebaut. Das Grand Hotel Weissenburgbad mit bis zu 300 Betten wurde zum Treffpunkt des Hochadels und war europaweit bekannt.

Die Geschichte der Bäderkultur geht auf das Jahr 1600 zurück, als Anton Bracher die Quelle des Thermalwassers von Weissenburg an schwer zugänglicher Stelle in der Schlucht des Bunschenbaches entdeckt hatte. 1604 wurde die Quelle gefasst und ein schmaler Fussweg bis zu einer primitiven Badehütte erstellt. 1657 wurde das sogenannte „Hintere Bad“ errichtet. Nach einer bescheidenen Blütezeit im 18. Jh. erwarb Dr. Müller, ein geschäftstüchtiger Arzt, das Bad, das damals 80 Badegäste aufnehmen konnte.

Um dem Andrang der Heilungssuchenden gerecht zu werden, wurde ein Bad- und Kurhaus gebaut. 1846 wurde das neue Bad, das Grand Hotel gebaut, das nunmehr 300 Gäste aufnehmen konnte und illustre Gesellschaft aus ganz Europa und berühmte Ärzte anzog. Das vordere Bad fiel 1895 einer Brandkatastrophe zum Opfer, wurde aber wieder aufgebaut. Das Grand Hotel Weissenburgbad wurde zum Treffpunkt des Hochadels und war europaweit bekannt. Als 1938 die holländische Königin Wilhelmine mit ihrer Tochter dort zur Kur weilte und die Prinzessin sich während des Aufenthalts mit Prinz Bernhard verlobte, zog dies Gäste aus aller Welt an.

Nach dem 2. Weltkrieg verlor das Grand Hotel Weissenburgbad jedoch an Bedeutung, wurde in den 1960er Jahren endgültig geschlossen und brannte 1974 bis auf die Grundmauern nieder. Aus Sicherheitsgründen wurde die Ruine 1986 von der Armee abgebrochen und in der Folge das Gelände als Truppenübungsplatz genutzt.

Der Verein Bad Weissenburg unterhält die verbleibenden Überreste der Hotelanlage und hat auch das Mineralwasser wieder öffentlich präsent gemacht.

Kontakt: Verein Bad- und Thermalquelle Weissenburg,
Hansruedi Aegeter, Bunschemattli, 3765 Oberwil i.S.  E-Mail: hr.aegerter@weissenburgbad.ch

 

www.weissenburgbad.ch

 

Quelle: http://lenk-simmental.ch/wp-content/uploads/2015/11/geschichte-des-weissenburgbades.pdf

Einwohnergemeinde Oberwil im Simmental, Weg- und Brückenbaugenossenschaft Weissenburgbad-Leiternweide / Gesuch um Finanzhilfe für die Wiederherstellung des historischen Verkehrsweges IVS 910.1 als Bestandteil der Hauptwanderroute Weissenburg-Morgetenpass-Mühlethurnen, / (Via Regio Gantrisch)